Schweizer Glückskette mit Spendenrekord 2022 - aber nicht für alle NPO´s war es ein Glücksjahr!
- Andreas Link
- 2. Feb. 2023
- 2 Min. Lesezeit
Die Glückskette hat gerade Bilanz für das vergangene Jahr gezogen. Spendenrekord, zumindest beinahe. Mit 154 Millionen Schweizer Franken kann die grösste private Spendeninitiative der Schweiz das zweithöchste Sammelergebnis Ihrer 75-jährigen Geschichte verbuchen. Doch was des einen Freud, ist des andern Leid.
Denn nicht für alle gemeinnützigen Organisationen war das vergangene Jahr erfolgreich. Vor allem Organisationen mit dem Schwerpunkt auf inländischen Projekten mussten teils deutliche Spendenrückgänge verzeichnen. Die Anfragen bei professionellen Fundraisern und entsprechende Stelleninserate häufen sich seit Jahresbeginn.
Gewinner:innen waren neben der Glückskette dagegen Organisationen mit internationalen Projekten, die auf humanitäre Hilfe fokussiert sind. Vor allem die grossen Player, wie Rotes Kreuz, Caritas oder Helvetas, welche schon seit Jahren in der Ukraine und Osteuropa tätig waren, bekamen von der grossen Spendentorte reichlich ab. Beinahe durch die Bank haben die Organisationen, welche auf internationale Nothilfe ausgerichtet sind, Spendenrekorde erzielt. Damit zeigt das Ergebnis der Glückskette exemplarisch, dass der Krieg in der Ukraine emotional enorm zum Spenden bewegt hat, denn je näher die Not ist oder sich anfühlt, desto grösser ist die Bereitschaft zum spenden.
Wie erfolgreich das Spendenjahr für die international tätigen Organisationen war, wird ebenfalls am Beispiel der Glückskette deutlich. Es war schon beeindruckend, als 2020 die Corona-Pandemie uns alle in Beschlag nahm und man für betroffenen Menschen in der Schweiz satte 44,3 Millionen Franken sammeln konnte. Für die notleidende Bevölkerung in der Ukraine waren es in einem ähnlichen Zeitraum zwei Jahre später über 130 Millionen Franken.
Für alle spenden sammelnden Organisationen, welche nicht von dem Krieg in der Ukraine "profitieren" konnten, gelten deshalb folgende Empfehlungen:
Seid dankbar dafür, dass der Zuspruch so hoch war und (konkurriende) NPO´s in der Ukraine momentan sehr viel bewegen können.
Geduld bewahren, auch wenn das letzte Jahr schlecht war. Der Zusammenhang zwischen dem Krieg und den Spendenflüssen ist zu signifikant, zu eindeutig. Es kommt (hoffentlich!) wieder anders.
Keine Panik. Bitte nicht ein spontanes "Ukraine-Projekt" entwickeln oder gar nur erfinden, um etwas mehr Spenden zu generieren. Bleibt bei Euren Projekten, bleibt bei klaren und guten ethischen Standards für gemeinnützige Tätigkeit und Projekte.
Optimieren! Wenn eines aber Sinn macht, dann ist es über die Bücher zu gehen. In jeder Organisation kann meistens mehr oder weniger optimiert werden. Erfolg im Fundraising ist kein Zufallsprodukt, sondern mehr denn je eine stetige Professionalisierung und Synthese aus guten Projekten, entsprechender Kommunikation und natürlich den passenden Fundraising-Tools.

Abbildung: Kleiderspende, wix photos
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